Der Imagefilm wurde am 26.06.2019 um 18:00 Uhr präsentiert. Trotz der hohen Temperaturen fanden interessierte Gäste ins Freizeithaus in Ratingen-West.

Der Film ist das Produkt einer Kooperation des Jugendzentrums LUX und der Martin-Luther-King-Gesamtschule Ratingen.

Der Projektkurs Sozialwissenschaften Geschichte , geleitet von Berna Güler und Carlos Murillo, ist einer von mehreren Kursen, zwischen denen die Schüler zu Beginn des 12. Schuljahres wählen konnten. Ziel war es, einen Film zu gestalten, bei dem die Martin-Luther-King Gesamtschule, und der dazu gehörige Stadtteil thematisiert werden- nicht unbedingt, weil die Schule im Zentrum des jungen Stadtteils liegt-, vielmehr weil sie ein Schicksal teilen- das Schicksal des schlechten Rufs und der Vorurteile.

Außenstehende, zum Beispiel Leute aus einem anderen Stadtteil Ratingens oder aus der unmittelbaren Umgebung, bewerten Ratingen- West oftmals negativ. „Asi-Stadtteil“, „Hartz IV-Verein“ und „Türken-Stadtteil“ sind nur drei Beispiele zur Beschreibung Ratingen- Wests. Die Schule liegt im Zentrum des Stadtteils und ist die größte im Schulzentrum. Rund 1100 Schülerinnen und Schüler wollen dort ihren Abschluss erreichen. Die Schule ist bekannt, vor allem für ihre kulturelle Vielfalt. Auf kaum einer Schule begegnet man tagtäglich  so vielen Kulturen auf einmal.  Selbiges lässt sich auch über den Stadtteil sagen. Laut einer Statistik der Stadt Ratingen hat fast jeder zweite Einwohner aus Ratingen- West einen Migrationshintergrund. Die Bevölkerung in West setzt sich dabei zu 46% aus Deutschen, 36,8% Deutschen mit Migrationshintergrund und 17,2% ausländischen Bewohnern zusammen. Ratingen-West ist somit der Stadtteil mit den meisten Immigranten. Doch besteht jeder Ort, jede Stadt und jede Schule zu einem gewissen Anteil  aus Menschen mit Migrationshintergrund. Warum wird genau dieser Aspekt in Bezug auf Ratingen- West negativ bewertet? Eine klare, eindeutige Antwort wird man auf die Frage nicht finden. Doch kann man sagen, dass all diese Vorurteile einem Spiegelbild der Wahrnehmung Ratingen-Wests zu einem deutlich früheren Zeitraum entstammen. Dabei hat sich sowohl der Stadtteil als auch unsere Schule ins Positive entwickelt. Mehr Wohnraum führte zu mehr Einwohnern. Wegen der sozialen Abgrenzung gegenüber anderen Orten wuchs der Zusammenhalt innerhalb des Stadtteils West. Durch das Eröffnen von Geschäften wurden Arbeitsplätze geschaffen. Die Bildungsqualität verbesserte sich. Kinder erreichten höhere Schulabschlüsse und heute können Besucher der Martin-Luther King Gesamtschule oder des Dietrich- Bonhoeffer Gymnasiums dort auch ihr Abitur erlangen. Einwohner hatten wieder eine Perspektive.

Ratingen-West hat eine positive Entwicklung durchgemacht. Doch trotz dieser Entwicklung existieren noch immer Vorurteile. Manche Eltern sind unsicher. Die Vorstellung ihr Kind in West aufwachsen zu sehen, beziehungsweise lernen zu lassen, bereitet ihnen Sorge.

Der Film möchte einen anderen Eindruck verschaffen. Auch wenn Ratingen-West ein recht junger Stadtteil ist, der gerade einmal knapp über 50 Jahre alt wird, steckt viel Potenzial in ihm. Nicht ohne Grund befinden sich mittlerweile sieben Schulen und fünf Kindergärten in Ratingen-West. Dort versammeln sich morgendlich etliche Nationen, um gemeinsam zu lernen.

Die Schüler des Projektkurses sind stolz darauf sagen zu können, dass die Schule in Mitten des Stadtteils Ratingen-Wests liegt. Sie sind stolz darauf, dass die Schule ein Teil Wests ist. Hier gibt es nicht nur eine bunte Vielfalt an Schülern, sondern auch an Lehrern. „Natürlich läuft auch an unserer Schule nicht alles glatt, aber dennoch erleben wir ein harmonisches Miteinander. Wir sind stolz darauf sagen zu können, dass wir eine Schule ohne Rassismus, aber mit Courage sind.”

Durch das Jugendzentrum LUX Ratingen hatte der Kurs die Möglichkeit eine visuelle Darstellung seiner Wahrnehmung des Stadtteils Ratingen-West und der Schule zu kreieren. Bevor es ans Filmen ging, setzte man sich noch damit auseinander, wie man genau ein Interview führt, wie man eine Kamera hält und wie man –schlussendlich – aus sieben Stunden Filmmaterial einen sechs-Minuten-Imagefilm erstellt.

Nach der Präsentation gab es begeisterten Applaus. Nun waren die Schülerinnen und Schüler gefragt und mussten sich den Fragen des Publikums stellen.  Warum hat man sich für einen solchen Film entschieden? Bei den Antworten zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie inzwischen zu „kleinen“ Experten im Bereich „Film“ geworden sind. So erklärten sie, dass sie das Besondere an der MLKG Ratingen herausstellen wollten. Und das ist die Atmosphäre.

Das ist dem Kurs sehr gut gelungen. Darüber waren sich am Abend alle einig.

Der Imagefilm des Projektkurses ist bei Youtube unter dem Titel “MLKG – Leben wir den Traum” zu finden.

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