An der Martin-Luther-King-Gesamtschule Ratingen spielt die Förderung von Diskussions- und Urteilskompetenz eine zentrale Rolle. Der Projektkurs „Jugend debattiert“ der Q1 bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen und ihre rhetorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ein fester Bestandteil des Kurses sind dabei sowohl der schulinterne Wettbewerb als auch die Teilnahme am Regionalwettbewerb, bei denen die Debattierenden ihr Können unter Beweis stellen.
Im Folgenden berichten Schülerinnen und Schüler des Projektkurses von ihren Erfahrungen:
Schulwettbewerb des Projektkurses „Jugend debattiert“ der Q1
Der Projektkurs „Jugend debattiert“ der Q1 plant jährlich einen Wettbewerb, um zwei Schüler*innen für den Regionalwettbewerb zu qualifizieren. Außerdem wird auf diese Weise das Projekt den Schüler*innen und Lehrer*innen der MLKG nähergebracht.
Doch was genau ist Jugend debattiert und wie läuft es ab?
Jugend debattiert ist etwas Besonderes, denn hier bekommen Schüler*innen die Chance, bei kontroversen und vor allem aktuellen gesellschaftlichen Themen nicht nur mitzureden, sondern auch aktiv zu ihnen beizutragen. An einer Debatte nehmen vier Debattanten teil. Diese bekommen zufällig eine bestimmte Position zugeteilt: Pro 1, Pro 2, Contra 1 und Contra 2. Durch den Perspektivwechsel werden die Empathie, das kritische Denken und die Toleranz gestärkt. Eine Debatte besteht aus einer Eröffnungsrunde, einer freien Aussprache und einer Schlussrunde. Bei der Eröffnungsrunde hat jeder Debattant zwei Minuten Zeit, um das Thema einzuführen und den eigenen Standpunkt mithilfe ausdrucksstarker Argumente zu stützen. Während der freien Aussprache haben die Debattanten zwölf Minuten Zeit, um auf die Argumente der anderen einzugehen, diese zu entkräften und ihre Position zu verteidigen. Für die Schlussrunde steht den Debattanten eine Minute zu, um den eigenen Standpunkt anhand der Debatte zu begründen und die zuvor diskutierten Argumente zu reflektieren, ohne neue Aspekte einzubringen. Die Debattierenden werden anhand vorgegebener Kriterien von Juroren (Sachlichkeit, Ausdruck, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft) bewertet.
Beim diesjährigen Schulwettbewerb traten vier Schüler des Projektkurses gegeneinander an, die sich bei dem kursinternen Wettbewerb qualifiziert haben: Timo vertrat die Position Pro 1, Justus Pro 2, Matteo Contra 1 und Arman Contra 2. Die Jury bestand aus Herrn van de Lücht und Herrn Schmidt. Es wurde debattiert, ob eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche ein-geführt werden sollte. Die Debattierenden waren alle sehr gut vorbereitet, wodurch die Debatte durchgängig in Schwung blieb. Manche waren nervöser als die anderen und trotzdem haben alle zu einem problemlosen Ablauf beigetragen. Ab und zu konnte jeder im Raum durch provokative und doch lustige Kommentare schmunzeln. Zusammenfassend kann man sagen, dass die zu Beginn angespannte Stimmung mit der Zeit äußerst harmonisch und angenehm wurde – trotz der hitzigen Debatte.
Zwar haben alle mit ihren Beiträgen überzeugt, doch besonders hervorzuheben sind Justus auf dem zweiten Platz und Arman als Erstplatzierter. Beide wurden jeweils vom Publikum so-wie von der Jury als besonders überzeugend bewertet. Diese Leistung qualifiziert sie für den Regionalwettbewerb in Düsseldorf.
Wir gratulieren den Siegern und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg.
Der „Jugend debattiert“-Projektkurs bietet Raum für jeden, der sich mit der eigenen Stimme aktiv einsetzen will. Interessierte Schüler*innen der künftigen Q1 sind herzlich eingeladen, dem „Jugend debattiert“-Projektkurs beizutreten.
Milena Altmann und Cindy Dang (Q1)
![]()
Regionalwettbewerb des Projekts „Jugend debattiert“ im Düsseldorfer Rathaus
Auch in diesem Jahr hatte der Projektkurs „Jugend debattiert“ der Q1 wieder Gelegenheit, am Regionalwettbewerb des Projekts „Jugend debattiert“ teilzunehmen. Zwei unserer Schüler – Arman Hasanpour und Justus Münchow – hatten sich durch ihre jeweiligen Platzierungen beim Schulwettbewerb für den Regionalwettbewerb qualifiziert. Im Vorfeld mussten sie sich auf drei Streitfragen vorbereiten, wobei sie ihre Positionen erst am Mor-gen des Wettbewerbs erfuhren.
Am Mittwoch, den 18.02.2026, war es dann endlich so weit, und die Stimmung war zu Beginn sehr gut. Einige von uns waren aufgeregt, andere hingegen ganz entspannt. Jeder freute sich darüber, dabei sein zu können.
Der Tag begann mit einer Begrüßung durch den Bürgermeister von Düsseldorf. Er hieß alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen und betonte, wie wichtig es sei, dass junge Menschen lernen, ihre Meinung zu äußern und respektvoll miteinander zu diskutieren.
Die Debatten fanden in verschiedenen Räumen statt. Zunächst war die Altersgruppe I an der Reihe, danach folgte die Altersgruppe II. In jeder Debatte diskutierten vier Schülerinnen und Schüler über eine Streitfrage. Dabei vertraten jeweils zwei Schülerinnen und Schüler die Pro-Seite und zwei weitere die Contra-Seite. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Debatten geführt wurden. Gleichzeitig blieb der Umgang stets respektvoll, denn alle ließen einander ausreden und hörten aufmerksam zu.
Außerhalb der Debatten war die Atmosphäre sehr locker. Man konnte mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Argumente austauschen oder einfach ins Gespräch kommen, um sich zu entspannen.
Zum Abschluss des Tages fand das Finale statt, bei dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den Landeswettbewerb qualifizieren konnten. Diese abschließende Qualifikation wurde in einer Finaldebatte im Plenarsaal des Rathauses vor allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgetragen. Die Finaldebatte war äußerst interessant und spannend, denn es wurde die Frage diskutiert: „Sollen ‚Kaufe jetzt, zahle später‘-Bezahlmodelle bei Online-Käufen verboten werden?“
Am Ende des Tages konnten wir zahlreiche neue Erfahrungen mitnehmen. In dem Projektkurs haben wir gelernt, zu argumentieren, vor anderen zu sprechen und auch andere Meinungen zu verstehen – Fähigkeiten, die in der heutigen Zeit sehr wichtig sind.
Aparna Vigneswaran und Theo Saljek (Q1)
![]()